Mit dem Rennrad durch MallorcaVorbereitung auf die MTB-Saison


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"Rennradfahren ist natürlich ganz anders als auf einem Mountainbike über Trails zu heizen. Rennradfahren ist direkt, schnell, hart. Und überhaupt nicht langweilig. Ein großes Vorurteil von denen, die meinen, man würde ja nur eintönig über Straßen heizen und Pässe hochkurbeln. Und dann auch noch diese nervigen Autos. Flow... also die Fähigkeit und das Gefühl, vollkommen im Fahren aufzugehen und ewig weiterfahren zu können, das habe ich auf dem Rennrad erlebt. 

Playa de Muro an der Ostküste

Und wer eben gerne Rennrad fährt, der kommt im Frühjahr an Mallorca nicht vorbei. Die perfekte Vorbereitung für die Saison. Also bin ich dieses Jahr gemeinsam mit einer Freundin hin, nach Playa de Muro an der Ostküste. Die Räder leihen wir vor Ort aus - das Angebot dafür ist groß und vielfältig. Unsre ersten beiden Touren Richtung Norden nach Pollenca und Süden Richtung Arta führen uns über Straßen, die das Radfahren auf Mallorca ausmachen: Schmale „grüne“ Fahrradstraßen, eingebettet in schöne wellige Landschaften und mit sehr wenig bis keinem Verkehr. Oder auch durch einsame Täler, in denen sogar kaum Radler unterwegs sind, nur ein paar Häuser, ein bisschen Landwirtschaft, ein paar Tiere. Die Radler treffen sich dann in gemütlichen Städten wie Petra. Von hier geht es hoch auf Petras Hausberg zum Kloster Ermita Mare de Déu de Bonany. Die Auffahrt ist unsere erste große Steigung. Aber machbar, schaffbar und ganz angenehm zu fahren. Und im Unterschied zu den Anstiegen in den Alpen: Endlich :-) ! Von Petra folgt ein Teufelsritt durch die wellige Ebene nach Sineu und weiter nach Muro, mit rasanten Abfahrten und knackigen Gegenanstiegen.

Das Kap der Winde ein Klassiker auf Mallorca

Unsre dritte Tour führt uns zu einem Klassiker auf Mallorca hoch zum Cap Formentor. Das Kap der Winde, der nördlichste Punkt von Mallorca. Wir starten über Alcudia und nach etwa 17 km beginnt der erste große Anstieg auf die erste Bergspitze. Jede Menge Touristen sind hier unterwegs, die mit den Bussen hochgefahren sind. Dann geht es wieder runter fast bis auf Meereshöhe, bevor der zweite große Anstieg beginnt. Anstrengend, ja, aber die Landschaft und die Ausblicke auf das Meer und die Buchten sind der Wahnsinn! Wir erleben eine komplett andere Landschaft: Felsig, rauh und kaum Grün, dafür Wasser, Meer, Stein. Und plötzlich sehen wir das Cap mit dem markanten weißen Leuchtturm. Noch ein paar Kurven und Abfahrten und wir sind da und mächtig stolz. Am Ende ist es eine dieser Touren, die man nicht mehr vergisst. Das Cap ist atemberaubend, spektakulär und berauschend. Ein Muss für jeden Rennradfahrer. 

Der Westen Das Kuchenparadies!

Der Im Westen der Insel streifen wir das Tramuntana-Gebirge. Wir starten in Santa Maria del Cami und sind ab Bunyola auf einer der schönsten Strecken Mallorcas unterwegs, immer schön an der Ostflanke des Gebirges. Unser erstes Etappenziel: Der Coll d’Honor auf 550 Metern. Hier oben pfeift der Wind ganz ordentlich und es ist ziemlich frisch. Die Abfahrt geht runter bis nach Orient und weiter nach Alaro. Eine traumhafte Strecke, diesmal ohne Meer, aber mit tollen Ausblicken auf Berge, Felsen, Täler. Und wieder so ganz anders als die Touren zuvor, die uns eher durch weites Land geführt haben. Zurück in Santa Maria wartet im Celler sa Sini das Paradies auf uns - ein Kuchenbuffett mit etwa 20 verschiedenen Kuchen, Tartes und Torten. Alles selbstgebacken! Unbedingt probieren! 

Der Ritt gegen den Wind zum südlichsten Punkt Mallorcas

Vom Kuchen gestärkt wollen wir am nächsten Tag endlich die 100 knacken! Wir wollen zum südlichsten Punkt Mallorcas, zum Cap de des Salines. Wir starten in der Hafenstadt Portocolom und rollen ins Landesinnere nach Santanyi. Weiter Richtung Cap ist es ein nicht enden wollender Ritt gegen den Wind, der stramm von vorne bläst und scheinbar verhindern will, dass wir irgendwann am Meer ankommen. Die Straße ist recht hügelig, nach jedem Anstieg wird ein neuer Anstieg sichtbar. Irgendwie schaffen wir’s. Es hat sich nach min. 20 km angefühlt, waren aber nicht mal zehn. Der Rückweg führt uns zunächst über dieselbe Straße zurück nach Santanyi. Mit Rückenwind eine Angelegenheit von wenigen Minuten und wir fragen uns, was vorhin eigentlich das Problem war... Von Santanyi geht es ins Landesinnere Richtung Felanitx. Über wunderbar ruhige Fahrradstraßen, asphaltierte Wanderwege, durch Lärchenwälder, vorbei an Trockenmauern und am Kloster Sant Salvador - es rollt wie von allein. Wahnsinn! Das ist der Mallorca-Flow! 

Mein Fazit:

Mallorca lohnt sich! Um zu trainieren, um die Form für die Saison aufzubauen, um Rennrad zu fahren, Gleichgesinnte zu treffen, einfach nur zu genießen - und alles zusammen!

Viele Grüße und bis Bald
 
Eure Alex

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