5 wirklich schlechte Sätze...die Dein MTB-Coach niemals sagen würde


Zurück

03.01.2020  - Wir alle haben den einen oder anderen gut gemeinten Ratschlag von Freunden schon bekommen. Vielleicht hast Du aber auch Anderen solch einen Tipp bereits einmal gegeben z.B. auf der gemeinsamen Biketour, an einer kniffeligen Stelle oder direkt beim Bikepark-Besuch? Hier die 5 wirklich schlimmsten Tipps, die Du von ausgebildeten MTB-Coaches niemals hören würdest:

1. "Dein Bike weiß schon was zu tun ist, lass es einfach rollen!"

Egal wie viel Geld Du für Dein Bike ausgegeben hast, auch das fortschrittlichste Mountainbike am Markt hat noch keinen Autopilot eigebaut. Und es weiß eben nicht, was zu tun ist und selbst wenn es das wüsste, würde es dies nicht selbstständig tun!
Dein neues Rad ist sicher sehr vielseitig einsetzbar und hat bestimmt auch Potential für grobes Terrain, aber Du als Fahrer musst dieses Potential auch zu nutzen wissen. Und genau da kommen Deine Fahrtechnik-Skills ins Spiel. Ohne das Wissen und die Fähigkeiten eines erfahrenen Mountainbikers ist die moderne Technik nicht viel wert. Also wenn Du schon tausende Euros für Dein Equipment ausgibst, kümmere Dich doch auch um eine solide Fahrtechnik, denn nur so wirst Du in eine tolle MTB-Zukunft radeln. Und glaube mir: der Spaß am Biken wird mit verbesserter Fahrtechnik immer größer! 

 

2. "Einfach Po nach hinten, dann kommst du da schon runter!"

Sorry...aber einfach Po nach hinten, ist nun wirklich ein Tipp aus den 90ern des letzten Jahrhunderts! Damals hatten MTB's aber auch 120mm lange Vorbauten, eine völlig andere Geometrie und keine absenkbaren Sattelstützen. Ein völlig anderer Sport war das damals!  Sich einfach weit nach hinten auf dem Bike zu begeben, vermeidet vielleicht den Überschlag, aber in Sachen Lenkung und Bremsen limitierst Du Dich dabei so stark, dass Du im Steilstück kaum die Kontrolle behalten kannst.
Versucht es doch lieber mal mit zentral und tief stehen im Bike! Das heißt mit stark angewinkelten Ellenbogen und tiefem Körperschwerpunkt... Du wirst merken, wie sich allein dadurch viel mehr Handlungsoptionen ergeben.

4. "Du willst schneller Biken? Dann fahr mit den schnellen Jungs!"

Ich gebe zu, einen Vorteil hat es, mit schnellen (besseren) Bikern zu fahren: Du erkennst was speedmäßig wäre. Aber der große Nachteil ist...Du lebst dabei über Deine Verhältnisse und zahlst mit Sicherheit bald Schmerzensgeld. Ist es das wert? Ich denke nicht! 
Mein Tipp wäre: Fahre langsamer, um schneller zu werden! Ja, Du hast richtig gehört. Nur wer sich z.B. um eine gute Bremstechnik bemüht und saubere Kurventechnik beherrscht, kann mit den schnellen Jungs mithalten. Und um diese Skills zu erlernen, musst Du Dich von Deinen gewohnten Geschwindigkeiten verabschieden und mit 50-60% vorlieb nehmen, zumindest für die Dauer des Lernprozesses. Denn Genauigkeit, Timing, Dosierung und Linienwahl sind hier die entscheidenden Faktoren. Wer also ständig probiert, mit Vmax unterwegs zu sein, wird nie ein wirklich schneller Biker!

3. "Nur nicht in die Vorderbremse greifen, sonst gehst du über den Lenker!"

Klar, wenn Du in einer Kurzschlußreaktion voll in die Vorderbremse greifst, passiert genau das. Aber Kurzschlüsse, zumeist aus Ängsten resultierend, solltest Du im Mountainbiken sowieso tunlichst vermeiden. Angst ist nämlich ein schlechter Ratgeber!
Wichtig wäre stets die Kontrolle zu behalten und genau dafür ist die Vorderbremse unerlässlich! Sie ist Dein Freund, der Dich in kürzester Zeit auf ein optimales Geschwindigkeitsniveau herunter bringt und in steilerem Gelände förmlich Dein Überleben sichert! Das soll jetzt nicht heißen, dass die Hinterbremse nicht Dein Freund ist. Sie ist halt nur Dein Zweitbester :)
Eine gute Bremstechnik (hier spielen auch Ergonomie am Cockpit und die verbaute Hardware am Bike eine große Rolle) ist entscheidend für Deine Sicherheit und damit Deinen Spaß am MTB-Sport. 
Wenn Du nicht genau weißt, wie bremse ich beim Mountainbiken am besten, lass es Dir von einem Coach erklären!

5. "Wenn du es dir vorstellen kannst zu fahren, dann kannst du es auch fahren!"

Okay...Selbstvertrauen zu haben und das Bewältigen schwieriger Passagen visualisieren zu können, ist sicher ein Schlüssel zum Erfolg! Aber positives Selbstgespräch kann niemals solide /gefestigte Fahrtechniken ersetzen. Und da das "Versuch-Irrtum-Lernen" (trial&error) für Erwachsene eben keine Option mehr ist, empfehle ich Dir das Erlernen dieser Fahrtechniken in verschiedenen Coaching-Sessions. Was Du vor allem brauchst, sind fundierte Kenntnisse, viele kleine Erfolgserlebnisse und eine dicke Portion individuelles Feedback zu Deinem aktuellen Tun. Das Ganze am besten von einem ausgebildeten Trainer, um diese zahlreichen Fahrtechnik-Skills effektiv aufzubauen. Das Selbstvertrauen kommt dann ganz automatisch! 

Und falls Du das nächste mal einen dieser obigen 5 Sätze hörst? Ignoriere ihn und mach lieber einen Termin für ein MTB-Fahrtechnik-Coaching! 

 

Beste Grüße

Dirk von TBA

 


Zurück